Digitale Transformation im Bauwesen: Wie das Projekt Embraport Building B neue Massstaebe fuer BIM, BIM2FM und digitales Asset Management setzt
Fakten und Zahlen
- __
Kunde
Zürcher Freilager AG
- __
Baukosten
CHF 41000000
- __
Bruttogeschossfläche
6'500 m².㎡
- __
Standort
Embraport, Embrach (Gebäude B); Kunde ansässig in Zürich (Rautistrasse 77)
- __
Teilnehmer
MetaXD AG, Basler & Hofmann AG, Zürcher Freilager AG
- __
Projektvertragswert
CHF 41000000
- __
Referenz Kundenname
Jean-Claude Maissen
- __
Zeitrahmen
Generalplanerleistung: 2018-2022; AIM CDE Unterstützung: 2024-2025

In Embrach ist ein Projekt entstanden, das beispielhaft zeigt, wie digitale Transformation im Bauwesen heute ganz konkret umgesetzt werden kann. Das Projekt Embraport Building B steht fuer eine durchgaengige, intelligente und zukunftsorientierte Arbeitsweise, bei der integrale digitale Planung, BIM-Management und der nahtlose Uebergang in den Betrieb konsequent zusammengedacht wurden.
Im Auftrag der Zuercher Freilager AG wurde mit einem Bauvolumen von CHF 41 Millionen ein bestehendes Logistikgebaeude umfassend saniert und erweitert. Doch im Kern ging es bei diesem Vorhaben um weit mehr als um eine klassische bauliche Erneuerung. Es ging darum, ein komplexes Bauprojekt so zu planen und zu realisieren, dass nicht nur die Bauphase, sondern auch der spaetere Betrieb von Beginn an digital mitgedacht wird.
Das Ziel war klar definiert: Es sollten hochwertige Lagerflaechen geschaffen werden, die den anspruchsvollen Anforderungen der kuenftigen Nutzer gerecht werden. Um dieses Ziel effizient und nachhaltig zu erreichen, setzte das Projektteam auf eine durchgaengige digitale Methodik mit Building Information Modeling (BIM) als zentralem Rueckgrat.

Bereits 2018 begann die Planungsphase. Damit wurde frueh der Grundstein fuer einen strukturierten, disziplinenuebergreifenden und datenbasierten Projektablauf gelegt. Die eigentliche Ausfuehrung startete 2021. Als Generalplaner war Basler & Hofmann verantwortlich fuer die Entwicklung eines intelligenten BIM-Modells, das nicht nur die Planung und Ausfuehrung optimieren, sondern auch eine tragfaehige Grundlage fuer den spaeteren Gebaeudebetrieb schaffen sollte.
Eine zentrale Rolle uebernahm dabei Gianluca Genova als BIM Manager. Er war verantwortlich fuer die Entwicklung und Umsetzung des BIM-Abwicklungsplans, die Definition der Datenstrukturen sowie die Koordination aller beteiligten Fachdisziplinen. Gerade in komplexen Bauprojekten ist diese Rolle entscheidend, um sicherzustellen, dass Informationen nicht isoliert entstehen, sondern in einer konsistenten und belastbaren Systematik zusammenlaufen.
Als Common Data Environment (CDE) kam waehrend Planung und Ausfuehrung BIM360 zum Einsatz. Damit wurde eine zentrale digitale Arbeitsumgebung geschaffen, in der alle Projektbeteiligten auf gemeinsame, aktuelle und nachvollziehbare Informationen zugreifen konnten. Die Modellqualitaet wurde regelmaessig mit BIM Collab Zoom Pro und Singular Qualifier geprueft. So konnte die Qualitaet der digitalen Modelle laufend abgesichert und die Grundlage fuer verlaessliche Entscheidungen waehrend des gesamten Projektverlaufs geschaffen werden.
Besonders bemerkenswert am Embraport Building B ist der konsequente Fokus auf die Phase nach der Bauausfuehrung. In vielen Projekten endet die digitale Tiefe mit der Fertigstellung des Gebaeudes. Hier wurde bewusst weitergedacht. Mit einer klaren BIM2FM-Strategie wurde die Bruecke zwischen Bauprojekt und Facility Management aktiv gestaltet.
Ein zentrales Element war die Integration des digitalen Datenmodells in den spaeteren Betrieb. Gianluca Genova stellte sicher, dass alle betriebsrelevanten Informationen fruehzeitig und korrekt in die Fachmodelle eingebettet wurden. Dadurch konnten in der Phase des FM Handovers die IFC-Daten strukturiert in das CAFM-System waveware des Bauherrn ueberfuehrt werden.
Genau darin liegt ein wesentlicher Mehrwert digitaler Planung: Daten gehen nicht beim Projektabschluss verloren, sondern bleiben nutzbar. Aus einem Planungsmodell wird ein wertvoller Informationstraeger fuer Betrieb, Unterhalt und langfristige Bewirtschaftung. Das Projekt zeigt damit eindruecklich, wie BIM im Bauwesen seine volle Wirkung erst dann entfaltet, wenn die Informationen ueber den Bau hinaus weiterleben.

Um das digitale Fundament fuer das Asset Management weiter zu staerken, wurde im Projekt zusaetzlich ein Asset Information Model Common Data Environment (AIM-CDE) evaluiert und eingefuehrt. Ziel war es, alle relevanten Informationen aus Planung, Bau und Betrieb in einer strukturierten und langfristig nutzbaren Umgebung zusammenzufuehren.
Als federfuehrender Beratungs- und Implementierungspartner begleitete MetaXD AG diesen Prozess. Im Zentrum stand die Schaffung einer Single Source of Truth fuer saemtliche modellbasierten Informationen, 2D-Plaene und Wartungsunterlagen. Damit entstand eine zentrale Datenbasis, auf die im laufenden Betrieb verlaesslich zugegriffen werden kann.
Ein besonderer Mehrwert entstand durch die Integration des neuen AIM-CDE mit dem bestehenden waveware CAFM-System ueber individuell entwickelte bidirektionale Schnittstellen. Diese Verbindung ermoeglicht eine automatisierte Synchronisation von Daten zwischen beiden Systemen. Der manuelle Aufwand wird reduziert, Fehlerquellen werden minimiert, und die Datenqualitaet bleibt ueber den gesamten Lebenszyklus des Gebaeudes erhalten.
Gerade im Bereich digitales Asset Management ist diese Kontinuitaet von grosser Bedeutung. Denn nur wenn Informationen konsistent, auffindbar und aktuell sind, koennen sie im Betrieb echten Mehrwert schaffen.

Das Projekt Embraport Building B ist weit mehr als eine gelungene Sanierung mit Erweiterung. Es ist ein Referenzprojekt dafuer, wie digitale Transformation in der Bau- und Immobilienwirtschaft erfolgreich umgesetzt werden kann, wenn Prozesse, Menschen und Technologien fruehzeitig aufeinander abgestimmt werden.
Die Kombination aus integraler BIM-Planung, professionellem BIM-Management, einer klar strukturierten BIM2FM-Uebergabe und dem Aufbau eines AIM-CDE macht das Projekt zu einem starken Beispiel fuer eine lebenszyklusorientierte Digitalisierung. Es zeigt, dass digitale Methoden nicht nur in der Planung Effizienz schaffen, sondern vor allem auch im Betrieb langfristigen Nutzen generieren.
So wird aus einem Bauprojekt ein datengetriebener Vermoegenswert, dessen Informationen dauerhaft nutzbar bleiben und den wirtschaftlichen Betrieb nachhaltig unterstuetzen.
Mit Projekten wie Embraport Building B wird sichtbar, wohin sich die Branche entwickelt. BIM, CAFM-Integration, BIM2FM, AIM-CDE und Single Source of Truth sind keine isolierten Schlagwoerter, sondern Bausteine einer neuen Arbeitsweise im Bauwesen.
Wer heute digital plant und zugleich den Betrieb mitdenkt, schafft Gebaeude, die nicht nur funktional und wirtschaftlich sind, sondern auch langfristig auf einer belastbaren Datenbasis stehen. Genau das macht dieses Projekt zu einem starken Beispiel fuer die Zukunft von digitalem Bauen, smarten Immobilienprozessen und nachhaltigem Asset Lifecycle Management.